Die Sage von der Portenschmiede und dem Schmiedehafen
Portus Fabri
In alten Zeiten, als das Wasser der Saale noch friedlich vor sich hin plätscherte, trug es sich zu, dass sich ein Schmied an ihrem Ufer niederließ. Der Ort gefiel ihm so sehr, dass er zu sich sagte:
„Hier werde ich meine Schmiede errichten.“
Die Wälder rund um den Fluss lieferten reichlich Holz für Feuer und Arbeit, und durch den nahen Bergbau gab es stets genug zu tun. So setzte der Schmied sein Vorhaben in die Tat um und errichtete seine Schmiede am Ufer der Saale. Schlegel und Eisen fertigte er für die Bergleute, Tag für Tag begleitet vom rhythmischen Klang von Hammer und Amboss.
Doch der Thüringer Wald barg mehr als nur Holz und Erz. Laut alten Mythen und Legenden lebten in seinen Tiefen Kobolde und Berggeister – selbst geschickte Bergleute. Ihnen gefiel das stetige Hämmern, denn es klang vertraut und kraftvoll wie ihre eigene Arbeit unter Tage.
Eines Tages machten sie sich neugierig auf den Weg zur Schmiede, um zu sehen, wer dort solch gewaltigen Lärm verursachte. Als sie näherkamen, sahen sie, wie bei jedem Hammerschlag Funken wild durch die Luft sprühten und das Echo weithin durch den Wald hallte.
„Das muss ein Portal zur Hölle sein!“, raunten sich die kleinen Wesen zu.
Und so nannten sie die Schmiede fortan ehrfürchtig und voller Scheu: die Portenschmiede.
Viele Jahre sind seitdem vergangen. Aus der kleinen Saale ist ein großer Stausee geworden, und die alte Schmiede steht schon lange nicht mehr. Doch der Ort hat seine Seele bewahrt.
Dort, wo einst Eisen geschmiedet wurde, steht heute ein umgebauter Bungalow auf dem Campingplatz Portenschmiede – der Schmiedehafen. Ein Ort des Ankommens, des Genießens und des Zusammenseins. Wo früher der Schmied sein Handwerk ausübte, werden heute Speisen mit ebenso viel Leidenschaft und Herzblut zubereitet.
Der Schmiedehafen ist ein moderner Hafen für Genießer – direkt am Wasser, tief verwurzelt in der Geschichte dieses besonderen Ortes. Und wer an stürmischen Gewitternächten genau hinhört, meint vielleicht noch immer, zwischen Wind und Wellen das ferne Schlagen eines Hammers auf dem Amboss zu vernehmen.
